
Fahrradcorso in Ahrensburg © ADFC Stormarn
Mehr Platz für's Rad - Ahrensburg kann es besser
Über 200 Radfahrende setzen Zeichen: Ahrensburgs Verkehrspolitik steht in der Kritik.
Mehr als 200 Radfahrende haben am Samstag in Ahrensburg deutlich gemacht, dass sie mit der aktuellen Verkehrspolitik der Stadt nicht einverstanden sind. Unter dem Motto „Mehr Platz fürs Rad – Ahrensburg kann es besser!“ führte ein Fahrradcorso durch das Stadtgebiet.
Die Demonstration startete um 12:05 Uhr am Rathaus und verlief ohne Zwischenfälle. Auf einer rund sechs Kilometer langen Strecke wurde sichtbar, wie viele Menschen bereits heute mit dem Fahrrad in Ahrensburg unterwegs sind – und wie groß der Handlungsbedarf weiterhin ist.
Kritisiert wird insbesondere, dass der motorisierte Individualverkehr in der Verkehrsplanung nach wie vor priorisiert wird, obwohl Ahrensburg als kompakte Stadt ideale Voraussetzungen für den Radverkehr bietet. Viele Ziele des täglichen Lebens sind innerhalb von 15 Minuten erreichbar – ein Potenzial, das bislang nicht konsequent genutzt wird.
Jürgen Griebel vom Vorstand des ADFC Stormarn erklärte: „Wir wollen darauf aufmerksam machen, dass wir eigentlich ganz viele sind, aber Politik und Verwaltung immer noch dem Kraftverkehr den Vorrang geben. Dabei kann man in Ahrensburg vieles in 15 Minuten mit dem Rad erreichen.“
Nach Einschätzung der Organisierenden ist eine zukunftsfähige Innenstadtentwicklung ohne eine deutliche Stärkung des Rad- und Fußverkehrs nicht möglich. Lebensqualität, Verkehrssicherheit und Aufenthaltsqualität hängen unmittelbar davon ab, wie der öffentliche Raum verteilt wird.
Gleichzeitig bestehen weiterhin erhebliche Defizite in der Infrastruktur: marode Radwege, unsichere Verkehrsführungen und lückenhafte Velorouten erschweren eine sichere und komfortable Nutzung des Fahrrads im Alltag. Konflikte mit dem motorisierten Verkehr sind vielerorts die Folge.
Die Demonstrierenden fordern daher:
- Sichere Rad- und Fußwege in Stadt und Kreis
- Klar erkennbare Regelungen zur Aufhebung der Radwegebenutzungspflicht
- Tempo 30 im gesamten Stadtgebiet
- Den konsequenten Ausbau und die Qualitätsverbesserung der Velorouten
- Sichere und komfortable Querungsmöglichkeiten ohne unnötige Wartezeiten
- Mehr und bessere Fahrradabstellanlagen, insbesondere an Bahnhöfen
- Verbesserte Maßnahmen gegen Fahrraddiebstahl
Mehrere Teilnehmende sprachen sich dafür aus, vergleichbare Aktionen künftig zu wiederholen. Für den ADFC Stormarn ist die Demonstration ein klares Signal: Die Verkehrswende in Ahrensburg wird von vielen Menschen eingefordert und sollte in politischen Entscheidungen stärker berücksichtigt werden.



